Social Media: 5 Schritte Test für eine ganzheitliche Optimierung

Alexander Jonke zu Social Media Nutzung in deutschen Unternehmen: Nach unzähligen Kundengespräche und Austausch mit Experten habe ich verstanden das  Markenführung in sozialen Medien oft einfacher ist als man denkt. Dazu musst du aber die Grundregeln beachten. In dem Folgenden Social Media Test gehe ich in diesem Artikel sowohl auf die richtige Markenstrategie, eine ganzheitliche Stakeholderanalyse, den Aufbau einer digitalen DNA, eine effizientes Social Media Performance sowie auf die Relevanz von daten-basierten Entscheidungen ein.


Wie funktioniert ein Social Media Selbstest?

Viele meiner Kunden, Freunde und Bekannten fragen mich: ist Social einfach? Kann ich das in meinem aktuellen Beruf nebenbei machen? Dabei steht natürlich die Frage im Raum: Was bringt mir Social eigentlich? (Oder unter vertrauten: Wo ist der ROI eigentlich?)

 

Um diese Fragen zu beantworten gibt es eine schnelle und eine lange Antwort. Die schnelle Antwort lautet: ja, ist es. Aber es gibt ein paar Grundregeln die du beachten musst, sowie Voraussetzungen die sich besser dazu eignen ein Social Rockstar zu werden.

 

SMBR
Alexander Jonke im einfach. KPMG Magazin: Erst Twittern dann denken

 

 1 Welches Tier ist Deine Marke?

Bevor du Dir in irgendeiner Form Gedanken machst welchen Post du auf Facebook absetzt, überleg doch erstmal ob Facebook überhaupt der richtig Kanal für dich und Dein Unternehmen ist. Ich spreche mit vielen Start-ups, die oft als erstes auf Facebook gehen, obwohl ihre Zielgruppe eigentlich eher auf Twitter oder anderen Plattformen zu finden ist. Deswegen überdenke deine Markenstrategie: was ist die Story zu Deiner Marke, wen interessiert diese und wo willst du diese Leute erreichen. Erst dann sprechen wir über Formate, bzw. einzelne Maßnahmen.

 

Übrigens: eine regelmäßige Überprüfung dieser Fragestellungen schadet auch nicht wenn du das Gefühl hast du bist das Thema damals zu schnell angegangen.

 

2 Wer sind deine Stakeholder?

Hier wird immer schnell die Bedeutung der Zielgruppe klar. Und mit aktuellen Trends wie predictive Analytics und Tools zur Audience Intelligence ist hier einiges in den Startlöchern was vielversprechend wirkt, bzw. bereits ist.

 

Für Unternehmen die aber noch am Anfang mit Social stehen, bzw. ihr Social Media Management System noch professionalisieren wollen, rate ich immer erst einmal auf den Blick nach Innen! Wer ist denn in deiner Organisation wichtig einzubeziehen?  Hier gibt es unterschiedliche Gesichtspunkte nach denen man die Frage beantworten kann:

  • aus der Content Perspektive: Content Strategy ist das Buzz Word 2015, aber es muss auch sinnvoll zu Ende gedacht sein. Ein Redaktionsteam kann Inhalte immer nur so gut umsetzen, wie es die Fachinhalte versteht. Je komplexer die Produkte einer Organisation, umso stärker müssen die Fachbereiche mit einbezogen werden.
  • aus der Organisationsperspektive: wer ist für was verantwortlich? Ein Social Media Team braucht Organisationsstrukturen die dem operativen Geschäft den Rücken freihalten – lange Abstimmungen mit Datenschutz, Compliance und Legal hindern oft die Umsetzung, deswegen muss die “Risk-Komponente” von Anfang einbezogen werden.
  • aus der Prozessperspektive: Social ist kein Zeitvertreib sondern muss denselben Effizienzkriterien denen der Rest der Organisation unterliegt  entsprechen. Hier ist die Frage: Welche Tools darf ich nutzen um meine Performance zu optimieren! (Achtung vor Freeware vs. IT-Richtlinie

 

Der Hype um Social Media ist vorbei - Alexander Jonke bei SNMUC
Der Hype um Social Media ist vorbei – Alexander Jonke bei SNMUC

 

3 Der Hype ist vorbei, deal with it.

Der Hype um Social Media ist vorbei, besser wir akzeptieren digitale Kommunikation fortan als Gegeben – das bedeutet auch endlich die Ängste rund um Social Media abzulegen. Vielmehr müssen wir uns der Sache annehmen, digitale Kommunikation in die DNA eines Unternehmens so zu integrieren, dass sie den klassischen Kommunikationsapparaten auf Augenhöhe begegnet. Mir kommt es manchmal so vor, als würden nur weil in vielen Organisationen Social Media Teams aufgrund eines jüngeren Altersdurchschnitts einer Vormundschaft durch die Kommunikationsabteilung unterliegen. Vielmehr sollte von jungen Teams dasselbe Maß an Verantwortung gewährt aber auch  gefordert werden. Chapeau an die Unternehmenslenker die bereits den richtigen “tone from the top” finden.

 

4 Die 4 C’s: Denkst du im Viereck?

Es geht schon lange nicht mehr nur um Social Media Performance. Um heute ein “Digital Master” (of the universe) zu werden musst du über deinen “Social Tellerrand” hinausblicken und verstehen wie die unterschiedlichen Komponenten der Digital Strategie miteinander zusammenspielen. Du musst im Viereck denken:

  • Customer: Wen willst du erreichen? Oberstes Ziel ist es deine Kunden und deine Influencer zu kennen und Sie zu erreichen. Das Bedarf Recherche, Erfahrung und Integration von verschiedenen Datentöpfen in Deiner Organisation.
  • Content: Auf was reagiert deine Zielgruppe? Die Integration von aktuellen Trends und Social Buzz kann als Trigger für deine Inhalte dienen, sollte aber niemals ohne deiner eigenen Meinung erfolgen. Wichtig ist hier wie immer das Timing – je aktueller umso wirksamer.
  • Conversion: Was willst du denn mit Social Media erreichen? Du bist ja nicht auf dem Kanal weil alle dort sind (oder? Bitte nicht… siehe 1.). Es geht darum den Absprung auf die relevante Produktseite, deinen Online Shop oder ein Kontaktformular  so aufzubauen, das die Conversionrate hoch ist.
  • Conclusion: Wie misst du die Conversions und was machst du mit dieser Erkenntnis? Kennzahlen können Freund und Feind gleichzeitig sein.  Es ist schön z.B. eine Wachstumsentwicklung deiner Reichweite zu sehen, aber was nützt Dir das wenn du kein einziges Produkt verkaufst, keine Kontaktdaten einsammelst, oder aktive Meinung erzeugst? Hier schließt sich der Kreis, und du beginnst dein digitales Ökosystem kontinuierlich neu zu durchdenken.

 5 …weil es so ist.

Niemals zuvor in der Geschichte des Marketings konnten wir diesen Satz so lautstark in die Welt schreien. Die Lautstärke hängt aber  davon ab, ob du datenbasierte Entscheidungen triffst. Um wiederum datenbasierte Entscheidungen zu treffen brauchst du Tools um die genua die Daten zuerheben die du wirklich brauchst.

 

Ich bin weiß Gott kein Fan von Toolwucherungen und möchte auch an der Stelle betonen das wesentlich mehr Risiken durch den Einsatz von (v.a. Freeware-) Tools zustande kommt als man auf den ersten Blick annehmen möchte. Dennoch, wir brauchen sie. Wir können nicht digital leben, und alles per Excel machen. Hier ist eine Übersicht über die unterschiedlichen Prozessschritte in denen ich eine Toolunterstützung empfehle:

  • Research: Welcher Buzz, welche Keywords, welche Trends sind in dieser Minute aktuell? Um Triggerpunkte für Deinen Content zu identifizieren lohnt es sich schnell zu sein: Antworten bieten hier die standarfunktionalitäten von google, aber auch monoitoring Tools mit denen eine earned media Analyse möglich ist, wie z.B. Bottlenose oder brandwatch.
  • Inhaltserstellung: Zur Erstellung von Inhalten ist es nicht nur notwendig den Zugriff auf Ressourcen wie Bilderdatenbanken, etc. im Blick zu haben, sondern auch die Prozesseffizienz: wieviel Content wird durch wie viele Mitarbeiter erstellt?
  • Publishing: im Bereich der Marketing Automation gibt es heute bereits eine Vielzahl von sinnvollen Tools. Für den privaten Gebrauch nutze ich zum Beispiel IFTTT. Für große Content Management Systeme empfehlen sich klassische Tools wie hootsuite oder buffer. Wichtig ist: es gibt viele freeware Angebote mit super Funktionalitäten. Es sollte für den Einsatz in Unternehmen immer darauf geachtet werden wie sensitiv der geschedulten Daten sind und ob die Nutzung der Systeme aus Sicht der IT-Strategie Risiken darstellt. Auskunft kann euch hier euer IT-Sicherheitsbeauftragte geben.
  • Monitoring: Welche Kampagne hat auf welchem Kanal zu welcher Conversion geführt? In welches Media Spending sollte ich mein Budget verlagern? Welchen Wert hat ein Kundendatensatz für mich? Ähnlich wie im Publishing gibt es hier auch ein breites Angebot an freeware. Es gibt aber auch richtig klasse Lösungen wie z.B. ignitionone.
  • Archivierung: Zu guter letzt lohnt sich der Blick auf Angebote die Eure Daten aus den Netzwerken archivieren – denn in Abhängigkeit der Größe eures Unternehmens ist es gesetzlich vorgeschrieben Social Media Daten aufzubewahren und zu archivieren

 

Fazit:

Die Zukunft von Social Media, deren Einsatzfähigkeiten und Innovationen wird überschaubar bleiben. Vieles was heute bekannt ist wird in den nächsten Jahren den Markt, die Branchen ud die Unternehmen durchdringen. Dabei wird kein Verlass auf alte Regeln wie Unternehmensgröße, Tradition oder Kundennähe geben – disruptiv werden die Unternehmen sein die mutig sind und jetzt ihre Geschäftsprozesse der share economy anpassen.

 

Glauben Sie mir, keiner freut sich mehr darüber wie ich. Diskutieren Sie gerne mit mir hier.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *